So man die Früchte sehen will
Matias Viegener, David Burns und Austin Young
“Öffentliches Obst ist für uns der Weg, wie wir die Stadt neu vermessen, um neue Verbindungslinien des Möglichen herzustellen, Linien, die das Raster der Straßen genauso überschreiten wie die Grenzlinien zwischen öffentlich und privat. Unsere Karten sind handgezeichnet, die Fundorte der Obstbäume nur ungefähr. Ziel der Karten ist eine neue Betrachtungsweise beim Spazierengehen in einer vertrauten oder unvertrauten Umgebung. Weiß man, dass es in der Nähe zwei Pfirsich- und einen Pflaumenbaum gibt, ohne den exakten Standort zu wissen, dann schaut man alles genau an – man nimmt wahr und sieht das, was für die Stadt nur zufällig oder zweitrangig ist: Man schaut an, was wächst. So schaffen wir eine Bühne für die Einladung, sich Stadt anders vorzustellen als einen Ort, der mehr is als Wohnen und Handel, ein Ort für Integration, nicht nur für nachhaltige Landwirtschaft, sondern für das Wunderbare. Wie viele utopische Fantasien spielt dies mit der Wiedererlangung eines goldenen Zeitalters, jedoch als offensichtliche Appropriation. Öffentliches Obst ist weniger Objekt als symbolisches Mittels, eine alte Besitzform, die Commons, zu nützen. Symbolisch werden neue Möglichkeiten für neue Besitzformen, die über öffentlich und privat hinausgehen, eröffnet und für neue Formen des Urbanismus”.
:: via Hands-on Urbanism 1850-20120 / Von Recht auf Grün .
Herausgegeben von Elke Krasny
Architekturzentrum Wien
:: photos taken at Hungry City exhibition last year in Berlin.




